Two Billboards in Phoenix, Arizona

Jetzt (unter)schreiben! It’s our stories now (I)

So, nun bin ich wieder ganz zurück in Europa, mein Schlafrhythmus ist adaptiert und die Jetlag-Watte im Kopf hat sich auch verflüchtigt. Ich bin froh, dass „3 Billboard outside of Ebbing, Missouri“ ein paar Oskars eingestreift hat. Habe den Film im Flugzeug nach Phoenix gesehen und finde ihn gleichermaßen toll wie spooky. Es ist ein sehr frustriertes und gewalttätiges Amerika, das da gezeigt wird. Aber eben auch mit Power-Frauen, die ihre Wut auf die Gewalt an Frauen und das Schweigen darüber auf riesige Werbeplakatwände drucken lassen.

Die trauen sich was, die Amerikanerinnen!

Als mich ein Taxi vom Flughafen Phoenix spät nachts in eine eher heruntergekommen Post-Industriegegend zu meiner airbnb-„artists casita“ fuhr, war mir schon etwas unheimlich zumute, weil ich die düstere Stimmung von „3 Billboards“ noch im Herzen hatte. Doch mein Gespräch mit dem iranisch-amerikanischen Taxifahrer war supernett und die „casita“ begrüßte mich mit phantastischen bunten Ölbildern des Künstlers David, bei dem ich wohnte. Am nächsten Tag sah ich inmitten der coolen postindustriellen Galeriegegend dieses Donald Trump-Billboard. Oh my! Die trauen sich was, die Amis! David erzählte mir, eine Galeristin habe es anfertigen lassen und auf ihrem Grund platziert. Es sei schon ein paar Mal demoliert worden, aber sie richtet es immer wieder her.

Grassroots politics beginnt bei den Menschen selbst

Und so ging es weiter mit dem „anderen“ Amerika, das ich in Arizona antraf: Ich wohnte bei einer Frau, die sich um den Großvertrieb von „medical marihuana“ an Drogerien kümmert, ich traf eine pensionierte Lehrerin, die sagte, die kids von Florida, die jetzt auf die Straße gehen und direkt auf die Bühne zu den herrschenden Politikern, die seien recht gut trainiert worden von der letzten Generation der Lehrenden. Sie sei wahnsinnig stolz, wie klar die SchülerInnen der Marjory Stoneman Douglas High School ihre Position und Forderung öffentlich deklarieren. Und dann war da Kathleen Adams „Women´s Writing Circle“ in einem Desert Garden, weswegen ich eigentlich nach Arizona geflogen war: Eine Runde von Frauen quer durch die Generationen, die alle ganz vieles im Leben mittels Journal Writing* lösen, angehen, durchdenken, erleben. Tja, viel erleben in ihrem Leben, auch viel Dramatisches. Wenn Frauen endlich darüber schreiben, sich gegenseitig manches vorlesen und sich darüber offen austauschen, ist das schon eine grassroots-Bewegung! Also eine gesellschaftliche oder politische Initiative, die aus der Basis der Bevölkerung entsteht. Davon brauchen wir jetzt ganz viel!

Jetzt unterschreiben, bitte! (Nur mehr bis Di, 13.3.!)

Wir brauchen auch ganz dringend Frauen, die in der großen, offiziellen, repräsentativen Demokratie mitspielen. Gerade jetzt, wo die rechten Burschen alles zertrampeln (Hilfe!). Ich bin so froh, dass es so viele Frauen gibt, die sich um das Frauenvolksbegehren kümmern. Danke! Und bitte, an alle anderen, Männer wie Frauen, geht´s da jetzt hin! Es ist ganz einfach, ich war heute am Bezirksamt, hab nur meinen Führerschein vorweisen müssen und bekam einen Ausdruck zum Unterschreiben. Easy & important! Und: schaut euch vorher und nachher die wirklich tolle Website des Frauenvolksbegehrens an. Die ist so schön und so informativ: Unter „Forderungen“ findest du die Menüpunkte: „Macht teilen“, „Einkommensunterschiede beseitigen“, „Arbeit verteilen“, „Armut bekämpfen“, „Wahlfreiheit ermöglichen“, „Vielfalt leben“, „Selbst bestimmen“, „Gewalt verhindern“ und „Schutz gewähren“. Und bei jeder Forderung werden so schön langsam und gschmackig zuerst eine Kurzfassung, dann eine konkrete Story, die detaillierten Forderungen, statistische Hintergründe und schließlich weiterführende Infos (tolle Links!) präsentiert! Diese Aufbereitung verdient alleine schon einen Preis. Und viele Unterschriften!

Mich persönlich sprechen von diesen Forderungen zur Zeit am meisten die politischen Strategien, um (sexualisierte) Gewalt an Frauen und Mädchen zu verhindern an, und der so wichtige Zeigefinger auf die besonders brutale Situation von flüchtenden Frauen (Schutz gewähren).

Welche Punkte des Volksbegehrens gehen dir nahe?
Hast du schon unterschrieben und dein Umfeld aufgefordert? Auch unsere männlichen Alliierten?
You are most welcome to sign!

*PS: Zum Thema Journal Writing gibt´s demnächst im writers´ studio mein Seminar „Visual Diary“ (März/April). Und Johanna Vedrals „Collage Dream Writing“ (Ostern) und „Journal to the Self“ (Juni) mit Birgit Schreiber.

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