Die erste Buchpräsentation

„Is the time coming when I can endure to read my own writing in print without blushing – shivering and wishing to take cover?“
Virginia Woolf, A Writer’s Diary (1919)

Virginia Woolf ist oft in eine psychische Krise gestürzt, wenn eines ihrer (vielen) Bücher publiziert worden ist, nach oft jahrelanger Arbeit in Printform die Öffentlichkeit erreicht hat. Ja, sie schreibt, sie hat „gezittert“, wenn sie erstmals einen ihrer Texte in Buchform in Händen gehalten hat. Sie wünschte sich Schutz. Ich nehme an, das hatte auch damit zu tun, dass sie oft schlechte Kritiken bekam. Oftmals hören und lesen musste, dass ihre Bücher unverständlich, abgehoben, zu wenig erzählerisch etc. seien. Virginia Woolf war eben eine Autorin der radikalen Moderne und hat sich bewusst vom Erzählstil des 19. Jahrhunderts abgegrenzt bzw. diesen zu überwinden versucht. Das wurde zu ihren Lebzeiten oftmals nicht verstanden. Nicht verstanden zu werden hat ihr schon auch weh getan. Trotzdem hat sie ihre Art zu schreiben nicht dem breiten Geschmack ihrer Zeit angepasst.

1. März 2018
Ich war sehr aufgeregt, freudig, als ich am 1. März mein Virginia-Woolf-Buchbaby endlich in Händen hielt. Und fand es einfach nur wunderschön. Mir war zum Feiern zumute. Ich hab am Abend mit zwei Freundinnen bei einem Candlelight Dinner mit Champagner gefeiert. Dann, als ich eines der ersten Vorausexemplare einem guten Freund gab, der bis dahin noch keinen Teil des Textes gelesen hatte, war ich plötzlich sehr sehr nervös. Vielleicht ist das das wichtigste und schwierigste für eine Autorin, dass die Freunde und Freundinnen, die Familie, das Buchbaby an-, ja aufnehmen. Als der liebe Freund dann endlich sagte, er fände es „reinziehend“ geschrieben, war ich sehr erleichtert. Die Party konnte beginnen.

8. März 2018
Die Buchpräsentation fand im schönen alten Weinkeller der Buchhandlung Orlando wenige Straßen vom writers’studio entfernt statt.

Der Raum war voll mit FreundInnen, KollegInnen, Fans des writers’studio und meinen Verwandten. Drei Frauen mit professioneller Sprechausbildung unterstützten mich bei der relativ langen Lesung. Wir lasen aus drei Kapiteln des Buches Ausschnitte. Besonders schön waren die englischen Zitate von Virginia Woolf, die mit perfektem britischen Akzent vorgelesen wurden. Fast als säße Virginia herself im Raum. Danach gab es ein kurzes Podiumsgespräch zwischen mir und meiner Lektorin im Böhlau-Verlag und dann viel Applaus. Der tut immer gut und rüstet mich hoffentlich für die öffentlichen Reaktionen auf mein Buch …

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