Die große Anerkennung aus Amerika

Meine langjährige amerikanische Freundin, Geschichte-Professorin an einem College in Südkalifornien sagte unlängst zu mir bei einem Abendessen in Wien:


„Dein neues Buch ist irgendwie wie eine europäische Version von ´Bird by Bird´“.
Entgeistert schaute ich sie an?  Was? Wie? Sie sprach tatsächlich von „Bird by Bird“. Da ist DIE  Bibel für Schreibende. Anne Lamotts geniales, berührendes, witziges, weises Buch über ihre eigenen Schreibprozesse ist eine höchst lesbare und empfehlenswerte Sammlung von Personal Essays… ja, es stimmt, es ist auch ein Schreib-Memoir. Nur, Anne Lamotts Buch ist ein Longtime-Bestseller, ein Must-Have- und Must-Read-Buch für alle Schreibenden, alle TeilnehmerInnen an Schreib-Workshops und –Lehrgängen. Kaum ein Buch über Schreiben wird öfter zitiert und öfter gekauft.
Ich holte also tief Luft und fragte meine amerikanische Freundin:
„Da ist nicht dein Ernst? Mein Buch … wie `Bird by Bird´?“
„Doch!“ (Sie spricht sehr gut Deutsch).
Ich stotterte und murmelte:  „Wow! Das ist wohl das schönste und bestärkendste , was ich über mein neues Buch bisher gehört habe. Ich danke dir!“

Später wurde mich klar, dass mein Buch sich auf so vielen Ebenen aus der amerikanischen Schreibszene und Verlagswelt gespeist hatte. Sowohl was den Super-Star Status von  Virginia Woolf  betrifft, als auch den Mega-Trend Memoir, als auch die vollen Buchhandelsregale zum Thema Schreiben. Und den ungezwungenen, fetzigen, lebendigen Zugang zu Feminismus. Klar, versteht eine Amerikanerin mein Buch.  Dort kam es her, und dort gehört es auch hin.

Aber bevor ich mich um eine Übersetzung bemühen werde, möchte ich eine Reihe von angstbesetzten Vorurteilen, die hierzulande in den Köpfen und Herzen ihr Unwesen treiben, aufklären.

Demnächst mehr zu Vorurteil 1…