Is eh nix passiert?

Die Corona-Mütter I

Irgendwie haben wir die Lockdowns überstanden, wir alle, auch wir Mütter mit  Schulkindern, wir Ersatzlehrerinnen, Köchinnen, Krisenpsychologinnen ohne Gehalt und ohne Zustimmung zu diesem extra Job, der uns da aufgebürdet wurde. Es ist viel darüber geschrieben worden, wie grenzwertig, mühsam und nervenaufreibend das war: Die Kinder plötzlich rund um die Uhr zu Hause zu haben! An den psychischen und bildungsstrategischen Kosten werden wir noch lange arbeiten müssen. Ich z.B. bemühe mich meinen Sohn wieder vom Computer runterkletzln und ihm wieder Lust am Sport zu machen. Von Lust an der Schule, am Lernen ganz zu schweigen….

Dabei denke ich, dass er und ich halbwegs gut durchgekommen sind, privilegiert wie wir sind, in einer großen Wohnung mit zwei Computern. Ich nicht arbeitslos, sondern selbständig und superflexibel. Viele hat es schlechter erwischt, ich möchte nicht jammern. Oder doch? Ich möchte schreien, und zwar schon seit dem 1. Lockdown. Ich möchte schreien, wieso es so selbstverständlich ist, dass Frauen das alles schlucken und wieso sie, wir es hingenommen haben, fast ohne Jammern? Ist eh nix passiert, wir haben es überlebt, nun ist ja fast alles wieder offen und die Schule wird wieder öffnen, dann nach 9 Wochen Ferien, in denen wie jedes Jahr vorwiegend die Mütter Kopf stehen vor lauter Zeitmanagement.

Was passiert ist: Frauen haben sich das bieten lassen, sich Betreuungsstrukturen nehmen haben lassen, so still und demütig!

(Fortsetzung folgt)